Arbeitshund Catahoula

Der Louisiana Catahoula Leopard Dog ist ein Arbeitshund!

Amber Middaugh´s and Ty Barton´s Catahoulas und Black-mouth cur cowdogs aus Arizona bei der Arbeit mit Rindern.

„Erkläre einem Catahoula was sein Job ist und er wird es tun, egal was es ist„ Einige Catahoulabesitzer kennen diesen Satz vielleicht und es ist sicher was dran, wenn man die vielseitigen Aufgaben bedenkt, für die der Catahoula auch heute noch in den USA und teilweise auch in Europa Verwendung findet. Ganz stimmt er jedoch nicht. Bevor man sich für einen Louisiana Catahoula entscheidet, sollte man sich über diesen Hund eingehend informieren, unter anderem darüber, für welche Arbeit oder für welchen Hundesport er geeignet ist, was ihm Spaß macht, ihn vor allem auch ausreichend fordert.

Dass der Catahoula ein Arbeitshund ist, heißt nicht – „Man kaufe sich einen Catahoula und hat damit automatisch einen fantastischen Arbeitshund egal für welchen Job.“ Diese Rasse bringt zwar hervorragende Anlagen für vielfältige Aufgaben mit, aber:

Nur wenn die Basis zwischen Hund und Hundeführer stimmt, wird der Hund erfüllen können was man von ihm erwartet und zeigen können wozu er in der Lage ist. Dann macht das Arbeiten mit dem Catahoula wirklich große Freude. Das gilt übrigens für alle Arbeitshunde.

Die Voraussetzungen für die erfolgreiche Zusammenarbeit mit einem Catahoula sind

• sehr gute Bindung zwischen Hund und Hundeführer

• Vertrauen und Klarheit

• Gehorsam

• Ruhe, Gelassenheit, Stabilität

• Führungskompetenz des Hundeführers

Gelassenheit, Souveränität, Vertrauen, Gehorsam machen die Qualität der Bindung zwischen Hund und Hundeführer aus.

Anlagen und Arbeit

Red Leopard Catahoula Airin Besavej bei der Treibarbeit. Catahoulas müssen in der Lage sein, sich gegen die oft robusten Rinder durchzusetzen, sonst wird die Arbeit nicht gelingen. Das verlangt Mut und eine gewisse Härte.

Kurz einige Worte zu den Anlagen und den Zuchtzielen dieser Rasse, um zu verstehen warum der Catahoula für viele Aufgaben hervorragend geeignet ist und für einige gar nicht oder nur eingeschränkt.

Der Catahoula ist ein vielseitiger Arbeitshund und wird auch heute noch, vor allem von erfahrenen Züchtern in den USA, vornehmlich mit dem Zuchtziel „Erhaltung der Arbeitseigenschaften“ gezüchtet. Er ist kein Ausstellungshund!

Catahoulahündin Cataloochee´s Ari Kara bei der Ausbildung zum Rettungshund

Eine seiner Hauptaufgaben ist die Treibarbeit an Rindern – verlorene Rinder auffinden und zur Herde zurück zu treiben, die Herde zusammen halten oder einzelne Tiere oder Gruppen zu separieren.

 Weitere typische Aufgaben sind das Aufspüren von Wild, das Stellen und Verbellen von Wildschweinen und anderem Wild bis der Jäger da ist, das Treeing und das Bewachen der Farmen.

Nach diesen Anlagen wurden die Hunde über Generationen in der Zucht selektiert.

Der Catahoula kann, möchte und muss eigenständig arbeiten, „mitdenken“ und selbst Entscheidungen treffen dürfen. Das heißt Treibarbeit, alle Arten von Nasenarbeit und die Jagd sind seine große Leidenschaft.

Catahoularüde Country Stong´s Ayman wird als Mantrailer in einer Rettungshundestaffel ausgebildet und macht seinen Job mit viel Ehrgeiz und Leidenschaft.

 

In den USA und hier in Europa hat er sich in der Rettungshundearbeit, beim Mantrailing, in der Fährtenarbeit, als Wassersuchhund und als Leichenspürhund bestens bewährt. Er hat eine exzellente Nase und weiß sie auch mit hoher Arbeitsintelligenz einzusetzen!

Hundeschulen in Deutschland, Österreich und anderen Europäischen Ländern bieten inzwischen Fährtenkurse, Mantrailing-Seminare usw. an.

Noch einige Anmerkungen zu anderen Hundesportarten:

Catahoula Rüde Ares Besavej (Troy)

Das Agility gehört nicht zu den ursprünglichen Aufgaben des Catahoula und ist nicht unbedingt seine Leidenschaft! Diese Hundesportart erfordert vom Hund kein selbstständiges Arbeiten und Entscheiden. Aber vor allem die leichteren und agileren Linien der Catahoulas, zeigen hier teilweise ganz gute Leistungen. In Wettbewerben wird der Catahoula sich aber wohl nicht in der oberen Liga etablieren, da gibt es wesentlich geeignetere Rassen. Er kann häufig aufgrund der fehlenden FCI Anerkennung nicht in höher klassigen Wettbewerben gemeldet werden.Man sollte Catahoulas, die mit Agility beschäftigt werden, unbedingt auch eine Aufgabe geben, die ihrem Bedürfnis nach eigenständigem Arbeiten gerecht wird. Am besten wäre eine Form der Nasenarbeit.

Aranka Dogo Dogino bei der Übung „bei Fuß“

Im Obedience steht der Catahoula auf der Skala weit hinter vielen anderen, wesentlich geeigneteren Rassen.

Das ist nicht seine Arbeit. In den ersten 2-3 Jahren wird er es wahrscheinlich bereitwillig und wohl auch freudig machen. Aber wenn er das Erwachsenenalter erreicht hat, wird sein Interesse für diese „hohe Schule der Unterordnung“ zumeist deutlich nachlassen. Auch hier gibt es sicher Ausnahmen.

Hingegen ein adäquater Gehorsam für den täglichen Bedarf und das Bestehen einer Begleithundeprüfung ist mit jedem Catahoula zu schaffen.

 

 

Über die Eignung des Catahoulas im Schutzhundesport (IPO) kann diskutiert werden!

Es gibt in Europa, wie auch in den USA Catahoulas, die im Schutzdienst und für IPO gearbeitet werden. Die IPO ist eine Art Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde, bis 2011 noch SchH genannt. Sie enthält neben der Schutzhundprüfung auch Fährten- und Gehorsamsprüfungen. Bei den in dieser Arbeit noch recht jungen Catahoulas in Europa,  warten wir auf aussagekräftige Erfahrungsberichte über einen längeren Zeitraum, v.a. wenn die Hunde fertig entwickelt im Verhalten sind.

Der Catahoula hat ohnehin ein ausgeprägtes, natürliches Bedürfnis die Seinen bedingungslos und eindrucksvoll zu verteidigen!

Der Catahoula zeigt große Entschlossenheit bei der Durchführung seiner EIGENSTÄNDIG getroffenen Entscheidungen – keine guten Voraussetzungen für die Schutzhundearbeit!

Catahoulas haben die Eigenschaft selbst Entscheidungen zu treffen und diese schnell umzusetzen und das ist für die Aufgaben, die ihnen zugedacht sind, auch wichtig. Aber in der Schutzhundearbeit kann das problematisch sein, vor allem wenn nicht korrekt ausgebildet wird und wer will das überprüfen? Der absolute und bedingungslose Gehorsam fällt vielen Catahoulas schwer, aber in Ernstsituationen ist das bei einem in  Schutzhundearbeit trainierten Hund unabdingbar. Andere Hunde und Rassen sind in dieser Disziplin wesentlich besser und passender veranlagt. Die Ausbildung im Schutzdienst muss über Beuteverhalten/Spieltrieb geschehen. Die korrekte Konditionierung des Hundes auf den Schutzärmel als Beute, nicht auf den Figuranten selbst, ist wichtig.  Ob die Ausbildung und der Aufbau des Hundes korrekt war, lässt sich nur leider oft nur schwer zur rechten Zeit prüfen. Verantwortungsvolle und erfahrene Ausbilder sind hierfür notwendig.

Zudem hat der Catahoula in der Regel einen „weichen Fang“. Das heißt, sie beißen an, lassen los, beißen an, lassen los usw. Das ist vor allem für seine Arbeit an den Rindern wichtig. Hier muss er sich ab und an Respekt verschaffen durch kurzes Anschnappen, meist im Maulbereich der Rinder, dabei aber nicht wirklich zubeißen. In der Wildschweinjagd ist der Catahoula meist nicht der „Catch dog“. Er stellt und hält das Wildschwein durch kurzes anbeißen.  Vielleicht kann man manchen Catahoulas einen kräftigen Anbiss und Griff am Schutzarm antrainieren, aber warum sollte man das gerade bei einem Hund mit solchen Anlagen (siehe oben) tun? Hat er einen weichem Fang hat, ist das absolut wünschenswert! Im Übrigen zeigt die Erfahrung, dass viele Catahoulas sich tatsächlich mit dem kräftigen Anbiss am Schutzarm schwer tun.

Auch als Therapiehund wird der Catahoula manchmal angefragt. Er ist dafür nur sehr eingeschränkt geeignet. Der Louisiana Catahoula ist rassetypisch zurückhaltend gegenüber Fremden. Er läßt sich, je nach Persönlichkeit des Hundes, wohl von Fremden streicheln, zeigt aber auch häufig deutlich seine Abneigung gegen „angefasst werden“ durch Fremdpersonen.

Ruhephasen

Siesta

Der Catahoula ist ein Arbeitshund. Das heißt aber nicht, dass er jeden Tag bis zum Umfallen arbeiten muss. Er ist zwar ein sehr zäher und ausdauernder Arbeiter, aber Ruhetage und Auszeiten sind auch für diesen Hund wichtig. Er muss auch mal nur „Hund sein“ dürfen. Lange Spaziergänge, Entdeckertouren, ausgedehntes Schnuppern oder einfach mal einen Tag nur faul in der Sonne liegen braucht auch der Catahoula. Gerade den Welpen oder Junghunden dieser Rasse müssen Ruhepausen manchmal regelrecht „verordnet“ werden. Eine Hundebox ist daher ratsam. Hier „darf“ sich der Hund zurückziehen und kann gar nicht anders als sich ausruhen. Catahoulas, die im jungen Alter nicht gelernt haben abzuschalten und auszuruhen, können rastlose und nervöse Gesellen werden, denen die nötige Portion Ausgeglichenheit fehlt.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.