Zwei Catahoularüden unter einem Dach – geht das?

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Aquim und Indigo

Indigo, ein sehr selbstbewusster und auf ressourcen bedachter Catahoularüde im Alter von 6 Jahren. Aquim, sein Sohn, kam im Alter von 8 Wochen in die Gruppe von  insgesamt 3 Hunden. In den ersten 10 Monaten war alles problemlos. Dann aber begann eine schwierige Zeit. Hier geht´s zum Erfahrungsbericht.

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Unter- und Überbeschäftigung des Catahoulas

 

Bewegung und Beschäftigung in den Lebensphasen des Louisiana Catahoulas

Amber Middaughs Catahoulas – harte Arbeit an den Rindern

Der Louisiana Catahoula Leopard Dog ist ein Arbeitstier. Die Rancher in den Südstaaten der USA züchteten diese Rasse vor vielen Jahrzehnten für die Jagd, vor allem auf Wildschweine und  Waschbären, zum Treiben der Rinder, zum Bewachen der Farmen und für etliche andere Aufgaben. Er ist einer der vielseitigsten Arbeitshunderassen. Die Zuchtselektion geschah und geschieht auch heute noch größtenteils nach Arbeitseigenschaften. Deshalb sind beim Louisiana Catahoula die rassetypischen Arbeitsanlagen immer noch sehr ausgeprägt vorhanden. Er will und muss beschäftigt werden und zwar nicht nur körperlich. Aber Vorsicht – der Bedarf nach Bewegung und Beschäftigung unterscheidet sich je nach Lebensalter.

 

Stephanie Lang von Langen, Tierpsychologin | Hundetrainerin

Wie alle Hunde hat der Catahoula ein ausgeprägtes Ruhebedürfnis. Artgerecht ist, wenn der Catahoula 12 bis 16 Stunden am Tag schlafen kann. Hunde, die weniger schlafen, werden unruhig und nervös. Falsch interpretierte Unruhe versuchen Hundehalter gern durch mehr Bewegung abzustellen. – Das ist gefährlich: Der Stresspegel im Blut steigt und der Hund wird aggressiv oder unkonzentriert. Ein Hund aber, der zu viel Stresshormone im Blut hat, kann nicht angemessen auf seine Umwelt reagieren oder gar lernen. Ausreichend Ruhe ist also wichtig – abgestimmt auf das Lebensalter.

Der Catahoula als Welpe:

Catahoulamädel Nandi Besavej

Für gewöhnlich werden Welpen im Alter von acht Wochen an ihre neuen Besitzer abgegeben. In diesem Alter geht es vor allem darum, die neue Lebenssituation und das neue Umfeld zu erkunden. Für das Gassi gehen gilt im ersten Lebensjahr die Faustregel: Fünf bis zehn  Minuten pro Lebensmonat sind angemessen. Alles andere wäre Unter- oder Überforderung.

Empfehlung: Wichtiger in diesem Alter ist die Sozialisierung. Fremden gegenüber ist der Catahoula typischerweise misstrauisch und in aufregenden Situationen verhält er sich oft sehr vorsichtig und wachsam. Also sollte er jetzt positive Erfahrungen sammeln. In einer gut gemischten Welpengruppe sollte er andere Hunderassen kennenlernen. Auch positive Begegnungen mit anderen Menschen sollten nicht zu kurz kommen.

Gleichzeitig ist Vorsicht geboten: Ein Überangebot an Reizen kann unerwünschtes Verhalten hervorrufen. Für den Welpen sind Pausen wichtig, um das Erlebte zu verarbeiten. Er muss Zeit haben, das Neue zu erkunden und Neues in Ruhe zu lernen. Fehlt die Ruhe, wird der Welpe nervös, aufgedreht und bellt vermehrt.

Auch Herz und Bewegungsapparat dürfen im Welpenalter nicht übermäßig belastet werden, da sonst dauerhafte Schäden drohen. Spielen und Toben mit Artgenossen ist – obwohl ebenfalls anstrengend – eine verträglichere Belastung, da hierbei der gesamte Muskelapparat aufgebaut wird, Reaktion und Sozialverhalten geübt werden.

Häufig entstehen Fehler aus dem oben genannten Irrtum: Die Welpenbesitzer sehen, dass ihr junger Hund unruhig ist und glauben, er sei nicht genug ausgelastet. Sie gehen also länger spazieren, spielen lange mit ihrem Hund oder lassen ihn ausgiebig mit anderen toben. Wenn die Unruhe aus Überforderung resultiert, wird sie damit sogar noch zunehmen.

Empfehlung: Sollte der Hund von sich aus wenig Ruhe finden, bietet es sich an, ihn an eine Transportbox zu gewöhnen oder ihn für eine begrenzte Zeit an seinem Platz anzuhängen.

Der heranwachsende Catahoula:

Topisaws Ace

Hundesport wie Agility, Canicross & Co. darf der Catahoula nicht zu früh beginnen. Er ist ein lauffreudiger Hund und sollte dies auch ausleben dürfen. Wirklich belastet werden darf er aber erst, wenn er ausgewachsen ist, also circa ab dem 1. Lebensjahr. Zu frühe, übermäßige Belastung wirkt sich negativ auf die Entwicklung des Bewegungsapparates aus und kann Herzkrankheiten begünstigen.

Empfehlung: Statt zu früher Leistungssport ist spielerisches Lernen zu empfehlen. Der Catahoula ist eine temperamentvolle Rasse, er ist schnell erregbar und wachsam. Dem heranwachsenden Catahoula aber fällt das Lernen sehr leicht. Also bietet es sich an, früh schon Übungen aufzubauen und Kommandos zu trainieren, bei denen sich der Hund konzentrieren muss. So lernt er, auch in aufregenden Situationen zu gehorchen.

Der erwachsene Catahoula:

Catahoulahündin Ashanti hat Spaß mit dem Dummy

Im Erwachsenenalter ist der Catahoula keinen Einschränkungen mehr unterworfen – bis auf eine: Wie der Menschen muss auch der Hund Kondition und Kraft langsam mit einem geeigneten Trainingsprogramm aufbauen.

Mit stetigem Training im Alltag wird man einen gesunden und leistungsfähigen Hund erhalten. Den Hund lediglich für Wettkämpfe oder in seiner Arbeit ständig zu Höchstleistungen anzutreiben, wäre weder artgerecht noch verantwortungsbewusst. Ausreichend Bewegung ist für den Catahoula wichtig – aber sie muss seinem Alter, seinem Gesundheitszustand und dem Trainingsstand angepasst sein. An die Belastungsgrenze sollte der Hund nur gelangen, wenn es sich nicht vermeiden lässt.

Wie aber lastet man einen ausgewachsenen Catahoula aus? Allein durch Bewegung gelingt das kaum. Der erwachsene Cahaloula kann ewig laufen.

Empfehlung: Da er für die Arbeit gezüchtet wurde, sollte die Bewegung in einem ausgewogenen Verhältnis zu einer Beschäftigung stehen, die den Kopf und die Nase des Hundes fordert – zum Beispiel Spiel mit Mensch und Artgenossen oder Such- und Lernspiele.

Über- und Unterbeschäftigung

Für eine artgerechte Haltung muss der sehr agile Catahoula angemessen bewegt und beschäftigt werden. Besonders beim jungen Catahoula ist allerdings eine Überbeschäftigung nur schwer von einer Unterbeschäftigung zu unterscheiden, wie ein vergleichender Blick  auf die Symptome zeigt:

Symptome der Überbeschäftigung Symptome der Unterbeschäftigung
 – Unruhe  – Unruhe
 – Zerstörungswut  – Zerstörungswut
 – schnelle Erregbarkeit  – schnelle Erregbarkeit
 – starkes Hecheln (Streß)  – Lethargie
 – Unkonzentriertheit  – Unkonzentriertheit
 – agressives Verhalten  – agressives Verhalten

Wie man sieht, sind die Symptome beinahe identisch. Ohne Betrachtung der Gesamtsituation wird man schwer beurteilen können, ob der Catahoula zu viel oder zu wenig tut.

Das Spielen:

Spielen ist wichtig, auch für den erwachsenen Catahoula. Hunde, die regelmäßig mit ihrem Menschen spielen, sind ausgeglichener. Feldstudien haben gezeigt, dass diese Hunde auch besser im Gehorsam stehen.

Im Rudel fördert das Spielen den Zusammenhalt der Gruppe – es ist fester Bestandteil des täglichen Rudel-Alltags. Übrigens gibt es im Spiel keine Rangordnung – das ist ein hartnäckiger Irrglaube. Es darf durchaus von allen Beteiligten geschubst und gerempelt werden.

Empfehlung: Allerdings ist beim Spiel mit anderen Hunden oder Menschen darauf zu achten, dass die Rollen immer wechseln: Wenn immer nur einer gewinnt, ist es kein Spiel mehr; aus dem Spiel kann dann rasch ein ernsthafter Konflikt werden. In diesem Fall muss der Hundehalter eingreifen und das Spiel beenden.

Achtung: Die Sache mit dem Ball!

Eine oft unterschätzte Gefahr birgt dabei das Spiel mit dem Ball. Viele Hundehalter merken bald, dass ihr Hund besonders viel Spaß daran hat, einem Ball hinterher zu rennen. Und nun werfen sie ihn unermüdlich… im besten Glauben, den Hund artgerecht auszulasten.

Es geschieht allerdings etwas anderes: Ein Teufelskreis wird in Gang gesetzt. Bei der Jagd nach dem Ball schüttet der Hund Dopamin aus. Dopamin ist eine sogenannte „Selbstbelohnungsdroge“. Der Hund bekommt einen „Kick“ und merkt nicht, wann sein Körper erschöpft ist. Die körpereigene Droge macht es dem Hund möglich, Energiereserven zu mobilisieren – bei der Jagd nach Beutetieren durchaus sinnvoll. Während die Jagd allerdings mit dem Erlegen der Beute und einem Verdauungsschlaf nach einem großzügigen Mahl endet – also der notwendigen Ruhepause –, will der Balljäger immer mehr vom Ballspiel.

Das kann man mit einem Ball auch machen – entspannendes Kauen

Und der Mensch wirft den Ball immer weiter, bis das Spiel bald außer Kontrolle gerät. Der Hund will nur noch den Dopamin-Rausch; er verliert das Interesse an anderen Beschäftigungen, an Mensch und Artgenossen; er wird zum Ball-Junkie und seine sozialen Fähigkeiten verkümmern.

Empfehlung: Ballspiele nur dosiert einsetzen. Nicht nur apportieren lassen, sondern Lernlektionen einbauen – zum Beispiel Sitzen/Bleib oder Suche… Nach spätestens drei Würfen variieren oder abbrechen.

 

Der typische Weg zum Ball-Junkie

  1. Der Hund verliert nach ausgiebigem Ballspiel das Interesse an Umwelt und Artgenossen
  2. Er wird nervös und versucht immer wieder, seinen Menschen zum Werfen zu animieren; typischerweise legt der Hund seinem Menschen alles Mögliche vor die Füße
  3. Andere Hunde werden so lange angebellt, bis sie ein Laufspiel beginnen – um kurz darauf zu merken, dass sie zur gehetzten Beute geworden sind
  4. Der werdende Ball-Junkie reagiert schnell gereizt; alles was sich bewegt, reizt ihn zum Jagen
  5. Der Hund ist abhängig geworden; zwar ist eine Entwöhnung möglich, aber sie braucht Zeit und erfordert Konsequenz

Fazit: Die Arbeitsfreude eines Louisiana Catahoulas macht Spaß, aber er braucht im Alltag ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Bewegung, Beschäftigung, Spiel und Ruhe. Wer darauf achtet, wird belohnt mit einem ausgeglichen Hund, der sich in seinen Ruhezeiten entspannt, und der in allen Situationen ein angenehmer Zeitgenosse ist.

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Die Sache mit dem Merle-Gen

 

Die merletypische Fellfarbe wie beispielsweise schwach pigmentierte Flecken, die unregelmäßig über den gesamten Körper verteilt und vermischt mit stärker pigmentierten Flecken sind, kennt man von vielen Rassen wie zum Beispiel dem Australian Shepard, Collie, Border Collie, Cardigan Welsh Corgi, Shetland Sheepdog, Dachshund, usw. Trotzdem gehören Hunde mit solch einer Merle-Fellfarbe nicht zur Mehrheit innerhalb ihrer Rasse. Das ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass die für diese Rassen gültigen Zuchtregelungen die Verpaarung von zwei Hunden, die die typische Merle-Fellfarbe tragen, verbieten. Der Hauptgrund für die Existenz einer solchen Zuchtregelung ist die Tatsache, dass Nachkommen mit einer vorwiegend weißen Fellfarbe (sogenannte Doppelmerle) von genau solchen Merle-Elterntieren abstammen und allgemein bekannt ist, dass diese Tiere sehr oft unter einer Vielzahl von ernsthaften gesundheitlichen Problem leiden.

Dennoch gibt es eine Rasse, die für ihre vorwiegende Merle-Farbgebung und das leopardenähnliche Fellmuster bekannt ist – der Louisiana Catahoula Leopard Dog (LC). Es scheint, als seien einfarbige (solid) LC bei vielen Züchtern aus dem Ursprungsland der Rasse weniger erwünscht. Aus diesem Grund werden trotz der Gefahren möglicher Gesundheitsschäden der Welpen, bewußt Merle-Gen-Träger miteinander verpaart um Merle-Gen-tragende Jungtiere zu erhalten, die die typische Leoparden-Zeichnung aufweisen.

So ist es nicht verwunderlich, dass mittlerweile die meisten Hunde dieser Rasse das Merle-Gen tragen und dass „echte“ einfarbige (solid) Hunde (kein Merle-Gen-Träger) eher selten sind.

Dennoch scheint es, als sei die Rasse an sich nicht ernsthaft in Gefahr und als sei das Auftreten der durch das Merle-Gen verursachten Defekte nicht stärker ausgeprägt als innerhalb andere Rassen, die ebenfalls das Merle-Gen tragen.

Das Merle Gen wurd von Clark et al. (PNAS 103 (5): 1376-81, 2006) im Jahr 2006 entdeckt. Es eröffnete eine Ära möglicher genetischer Tests der gesamten Hunde-Population. Clark et al. zeigten, dass es sich bei dem entsprechenden Gen um ein SILV-Gen (Silver locus, Pmel17) handelt. Seine Funktion ist noch nicht vollständig geklärt, jedoch weiß man, dass es zur Gruppe der Dilute-Gene gehört, die für die Aufhellung der Intensität der Fellfarbe verantwortlich sind und dass seine Auswirkungen sich ausschließlich auf das Fell und die Augen beziehen.

Clark et al. bewiesen, dass genetische Modifikationen (Mutationen) der SILV-Gene ihre normale Funktion beeinflussen und in Fellmuster resultieren, innerhalb derer sich aufgehellte Pigmente mit Flecken normaler, unverwässerter Pigmente mischen.

Nicht-modifizierte SILV-Gene werden als m bezeichnet, wohingegen modifizierte Versionen mit einem M (Merle-Gen) gekennzeichnet sind. Modifikationen von SILV-Genen werden durch die Insertion eines mobilen genetischen Elements (Retrotransposon (SINE)) verursacht, welches, wie wir heute wissen, verschiedene Längen haben kann. Es scheint, dass die Länge der Insertion die Art und Weise beeinflusst, wie sich das Merle-Gen im Phänotyp des Hundes manifestiert.

Im ursprünglichen Artikel von Clark et al. werden zwei Modifikationen des SILV-Gens beschrieben. Das normale M-Gen beinhaltet die Insertion der Länge 259-262 bp. Es verursacht bei heterozygoten Hunden (mM) das typische Merle/Leopard-Fellmuster und bei homozygoten Hunden (MM) das typische Doppelmerle-Erscheinungsbild mit vorwiegend weißer Farbe.

Eine weitere Modifikation, die Clark et al. Benennen, beinhaltet eine kürzere Insertion der Länge 220-225 bp. Diese Modifikation des SILV-Gens wird als verborgenes (phantom oder cryptic) Merle-Gen (Mc) bezeichnet und scheint keinen offensichtlichen Einfluss auf die Fellfarbe zu haben.

Cataloochee´s Ari Kara, black and brindle with white chest

Sowohl heterozygote mMc als auch homozygote McMc Individuen scheinen eine durchgehende Fellfarbe, ähnlich wie homozygote Hunde mit nicht-modifiziertem SILV-Gen (mm), zu besitzen. Nach dem heutigen Kenntnisstand ist ein genetischer Test der einzige Weg, diese Hunde von solchen zu unterscheiden, die kein Merle-Gen-Träger sind.

Beide der oben erwähnten Modifikationen des SILV-Gens wurden in allen damals betrachteten Rassen gefunden. Das Merle-Gen scheint autosomal, inkomplett dominant vererbt zu werden. Nachkommen erhalten ein Allel dieses Gens von beiden Elternteilen und die daraus resultierenden Genotypen verteilen sich im Einklang mit den Mendelschen Regeln.

Das „Catahoula“ Merle-Gen wurde nun im Rahmen eines ausgedehnten Merle-Gen-Tests innerhalb der LC-Population identifiziert. Es ist eine weitere Modifikation des SILV-Gens. Die Insertion hat eine mittleren Länge von 243-249 bp, was typisch für die Rasse des LC scheint. Um es von den oben genannten Modifikationen zu unterscheiden, habe ich ihm den Arbeitsnamen Ma gegeben.

Die Länge der Insertion liegt also in der Mitte zwischen M und Mc und äußert sich in einem Merle Phänotypus von weniger als Merle aber mehr als cryptic Merle. Ma heterozygote Hunde (z. B. mMa) werden mit einem einfarbigen Erscheinungsbild geboren, das sich mit zunehmenden Alter mehr oder weniger in Richtung Merle-Fellfarbe entwickelt.

Für Ma homozygote Hunde, z. B. MaMa zeigen zwar die Merle-Fellfarbe von Geburt an, jedoch handelt es sich hier um eher verwässerte Farben wie beispielsweise blau.

Auch wenn sie Doppelmerle-Träger sind, zeigt sich für gewöhnlich keine oder nur wenig weiße Farbe.

Ein M und Ma kombinierter Genotyp wie beispielsweise MaM scheint für das „Patchwork“-Erscheinungsbild typisch, das durch größere Flächen aufgehellter Fellfarbe, dem Leopardenmuster und weiße Farben gekennzeichnet ist.

McMa heterozygote Hunde werden einfarbig (solid) geboren und zeigen (wie oben erwähnt) mit hoher Wahrscheinlichkeit später Merle-Muster.

Fellfarbe „patchwork“ beim Genotyp MaM

Die Existenz der für LC spezifischen Modifikation des SILV-Gens, (hier bezeichnet als Ma) war bis heute wahrscheinlich unbekannt. Es erklärt jedoch sehr gut, wie Merle-Phenotypen geboren werden können, obgleich beide Elterntiere einfarbig (solid) sind.

Zum heutigen Tage und mit dem heutigen Wissensstand scheint es, dass keine weiteren Modifikatoren des Merle-Gens benötigt werden, um zu erklären, dass sich das Merle-Gen beim Louisiana Catahoula anders verhält als bei anderen Rassen.

Trotzdem kann eine Regulation, Modifikation oder Kooperation mit anderen Genen nicht vollständig ausgeschlossen werden, solange wir nicht mehr Informationen hinsichtlich der Genexpression und dem Vorhandensein der Effekte und der Kooperation mit beispielsweise dem Piebald-Gen erlangt haben, das sicherlich im Genom mancher LC vorliegt.

Die Methode der Bestimmung des Merle-Gens, wie sie beispielsweise von Biofocus Labor in Deutschland angewandt wird, basiert auf den Methoden von Clark et al., wie zum Beispiel die PCR-Analytik von Genprodukten mit Hilfe spezieller Primer. Die eigentliche Analyse beginnt mit der Isolation der DNA aus Gewebeproben von Hunden (z.B. Abstrich aus der Mundschleimhaut). Unsere praktische Erfahrung hat gezeigt, dass sich Blutproben besser zur DNA-Isolation eignen.

Jüngste Ergebnisse haben außerdem gezeigt, dass es sich bei dem LC um eine „Merle-Gen-durchwachsene“ Rasse handelt. Es konnte bewiesen werden, dass 80% der getesteten Louisiana Catahoulas Träger des Merle-Gens waren. Mehr als 30% davon waren Doppelmerle von denen wiederum mehr als 30% einfarbig (solid) waren.

Autorin: RNDr. Helena Synkova

Erklärung von Grundbegriffen

„Der Phänotyp oder das Erscheinungsbild ist in der Genetik die Menge aller Merkmale eines Organismus. Er bezieht sich nicht nur auf morphologische, sondern auch auf physiologische und psychologische Eigenschaften.“

Phänotypen resultieren aus der Expression der Gene eines Organismus ebenso wie aus dem Einfluss von Umweltfaktoren und der Interaktion dieser beiden miteinander.

„Der Genotyp […] oder das Erbbild eines Organismus repräsentiert seine exakte genetische Ausstattung, also den individuellen Satz von Genen, den er im Zellkern in sich trägt und der somit seinen morphologischen und physiologischen Phänotyp bestimmt.“ Nicht alle Organismen mit demselben Genotyp sehen gleich aus oder verhalten sich gleich. Dies liegt in der Tatsache begründet, dass Aussehen und Verhalten von Umwelt- und Entwicklungsbedingungen beeinflusst werden. Nicht alle Organismen die gleich aussehen, haben den selbe Genotyp.

Übersetzung ins Deutsche: Beatrice Rosenthal

http://de.wikipedia.org/wiki/Ph%C3%A4notyp 24.02.2013

http://de.wikipedia.org/wiki/Genotyp 24.02.2013

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Zeig mir Deine Zähne, Catahoula

There was no much attention paid until now to bite and teeth quality of Louisiana Catahoula. The reason is that Catahoula is the American breed and there is generally only a little attention focused on this matter. Both NALC standard, valid since 1977 (last revision in 1994) and UKC standard (2008) say that: „A scissors bite is preferred, but a level bite is acceptable. Full dentition is greatly desired, but dogs are not to be penalized for worn or broken teeth. Overshot or undershot bite are serious faults, but not disqualifying“. Catahoula is working breed and working qualities have been always more demanded than an ideal conformation and a superior bite. This is also the heritage we must deal with now.

Evaluation of European breeds and breeding was always more strict in this point of view and more focused on correct bite and full dentition, namely in breeds that preserve more or less normal skull parameters. Thus, scissor bite and full dentition is what most of breed standards demand and faults are more penalized. There is a good reason for it, because an efficient function needs a proper skull and jaw structure and teeth position. However, some anomalies were found also in wild living wolves and some faults are fairly common among various dog breeds even if not wanted.

Adult dogs should have a total of 42 of permanent teeth.  Pups have 28 of deciduous teeth.

Full dentition with all adult teeth fully erupted consist of incisors (Incisives – I), canines (Caninus – C), premolars (Praemolares – P), and molares (Molares – M). Upper and lower jaw differ in a number of molars. The teeth pattern is following:

Maxilla – upper jaw       M2,M1,P4,P3,P2,P1,C,I3,I2,I1-I1,I2,I3,C,P1,P2,P3,P4,M1,M2
Mandible – bottom jaw M3,M2,M1,P4,P3,P2,P1,C,I3,I2,I1-I1,I2,I3,C,P1,P2,P3,P4,M1,M2,M3

Bite and teeth development lasts quite a long time. Table shows certain steps of this development:

Age Deciduous teeth – 28 Adult teeth – 42 Jaws
3-6 weeks Canines erupted
4-6 weeks Incisors erupted
6 weeks Premolares erupted
3rd -4th month Deciduous teeth start falling out = Teething Level incisors erupted
4th-5th month Central and edge incisors erupted
4th-6th month Canines erupted
4th-5th month Premolares and molares erupt
7th month Molars erupted, full dentition should be fully erupted
9th-11th month Upper and bottom jaws grow independently until this time
1th-2nd year Lower level incisors settling down
2nd-3th year Settling lower central incisors
3th-4th year Settling upper level incisors
5th year Settling upper central incisors

In order to understand severity of dental faults it is good to know what is correct and why. A way how a wolf uses its teeth would be the best example to explain this matter. Concerning Catahoula, it a good example, too, because this breed has got most probably a red wolf among its ancestors.  It could also support one of explanations of Schutzhund as a not very suitable activity for this breed that was mentioned by Anke Boysen elsewhere (http://www.ealc.info/en/working-dog-catahoula/).

In training and performing Schutzhund the preferred grip is a „full mouth bite“. The dog should grasp subject’s arm or leg well into its mouth, between its molars and premolars and behind the canines. This is not the way a wolf does it. A wolf grips with the front of his mouth. The four canine teeth puncture the prey and their overlapping structure combined with jaw strength prevents the prey from pulling free. Once the prey is down, the premolars are used for biting off chunk of meat. The upper P4 and the lower M1 on each side are especially developed for this task. The carnasals are the most massive teeth in the canine jaw. They are very sharp and their location mid-way down the length of the jaw puts them at the point where jaw pressure is greatest. The incisors located at the front of the mouth are specialized for delicate work. They nibble the last bits of meat off bones and are also handy for scratching an itch or pulling something bothersome out of the coat or from between the pads. Molars, other than mentioned, are flat for grinding plant matter. Wolves eat also some fruits, grasses and other plant matter and this type of food must be chewed a little to start digestive process.

All those specialized teeth have their proper position in the jaw, which is determined by their function, and they require a properly formed skull and lower jaw to function efficiently. The muzzle must be long enough and broad enough to accommodate the teeth in their proper locations. Jaw strength comes not only from the muscles, but the shape of the skull (1).

Most working breeds with normal skull mantained generally above mentioned dental structure, because it is the most efficient also for their work such as herding, hunting, etc. Nevertheless, missing teeth and malocclusions are typical dental faults in these breeds.

Research among wild wolves showed that the most frequent anomaly was the absence of the last molar in the lower jaw, M3. As it does not change the function, the absence of M3 should not be considered breeding deficiency also in dogs (2).

Missing teeth (hypodontia) is the fault observed often also in Catahoula breed. This fact and the degree of the fault should be evaluated according to which teeth and how many are missing. Some of premolars (P1, P2 or P3) and some of molars (M2, and most probably also M3) are most frequently among missing teeth. If the first premolar (P1), one of the smallest teeth, is missing, it is much less a problem than missing the upper P4 or M1 which belong to the most important teeth (see above). The more teeth that are missing, the more faulty and less functional the bite becomes.

As missing teeth like to appear in certain families and lines, it is important to take this into account when choosing breeding partners and to avoid those affected the same way. Inheritance of hypodontia is not possible to describe by a simple model and its analysis  indicated heterogenous genetic control of different forms. Whereas the absence of P2 can be described by the recessive major-gene model, the absence of P4 have more complex genetic mechanism (3).

Faults of bite concern also Catahoula breed. Dog’s bite is the way his teeth fit when his upper and lower jaws are closed. The standard type is a scissor bite, in which the upper incisors just overlap and touch the lower incisors and all premolars and molars fully fit. Another possible variation is a tight scissor bite, when upper and lower incisors touch each other more then above or lower incisors are outwards of longitudinal line of bottom jaw. Catahoula has also a level (even) bite permitted by the breed standard. It is when the upper and lower incisors meet exactly, surface to surface. This means that teeth can be worn down much faster, but it does not affect actually the function and both jaws are of the same length as in previous cases. Level bite is considered normal in some breeds, including Catahoula, nevertheless,  some consider this type of bite as an expression of underbite. On the other hand, research among wild wolves showed that fully a third of animals had even bites. No structural fault is tolerated to this degree in a natural species, particularly in a feature so critical to the survival of that species.

More serious bite faults are those caused by uneveness of both jaws.

Undershot bite is when the upper jaw is perceptibly shorter than the lower jaw and the lower incisors are located in front of the upper ones. This is typical for some breeds such as Boxer, Bulldog, Pug, Pekinese, etc. that have a shorter foreface and longer lower jaw.

However, it is considered a serious fault in breeds with normal skull parameters. This fault is inherited trait.

 Overshot bite is caused by physically longer upper jaw than the lower one and the uneveness between them is larger than 2 mm. This fault occurs more often among dog breeds nowadays. Contrary to undershot, this fault can be controlled by genetics, nutrition, environment and by mechanical forces generated by the interlock of the upper and lower teeth. Overshot  can affect the mouth’s function more than undershot and indicates usually weakness in the lower jaw.

The incidence of level bites is increasing among Catahoulas beside some missing teeth. Undershot bite is one of more serious faults that occur in this breed. There is no doubt that such faults and abnormalities are inherited. Upper and lower jaws grow independently, factors influencing a size of jaw are different from those affecting the size of teeth and various genes are involved in this process. These problems are polygenic resulting from the action of many genes, thus it is difficult to eliminate them because there is no single „bad bite“ gene.  The length of the skull and the muzzle play a role and a dominant way of a shorter skull inheritance is known. Thus, this must be taken into account in case of Catahoula, too. A combination of parents with rather different length of their muzzles is not recommended, because it could increase the incidence of faults in bites and occurrence of undershot or overshot bites among offsprings. And we have proved already that Catahoulas may vary in their muzzle size in more than one third of its length.

Inheritance and elimination of severe dental faults is difficult in breeds more numerous than Catahoula. There is impossible to exclude from breeding all individuals that show any fault due to complicated, polygenic and often recessive way of inheritance in such a rare breed. However, those showing more serious faults, such as the overshot and the undershot bite and numerous and the most important teeth missing, should be surely excluded from breeding.

Nevertheless, it is not quite clear now how these faults are spread over Catahoula population in Europe. There is no statistic here or in the country of origin and the recessive way of inheritance of some anomalies means that many dogs can carry genes for such traits. The increasing incidence of level bite occurrence among young Catahoulas is warning, because it is not clear how this can affect future breeding. Although it is not possible to eradicate all faults fully, breeders can lower their incidence by selective breeding. However, it is necessary to map the problem within the breed first. Therefore thorough and wide spread check in offsprings is necessary to find some relations among particular parents and faults occurrence. It should be done both by breeding clubs and breeders themselves at least at the age of 1 or 2 years,  when all faults are visible already. Our experience shows that tight scissor bite observed at one year of age changed quite often to the level bite at two or later. The analysis and statistics should be done and published by breeding clubs, because it is beyond any breeder’s possibility, and all responsible breeders should obtain such informations for their proper decisions in breeding.

Written by RNDr. Helena Synkova

Most important references:

(1)    C.A. Sharp: So Bite Me: A Close Look at Canine Dentition, First printed in the Aussie Times, July-August 2002.

(2)    P. Hell: Gebißanomalien des westkarpatischen Wolfes und ihre Bedeutung für die Hundezucht.

Zeitschrift für Jagdwissenschaft 36/4: 266-269, 1990.

(3)    Axenovich, TI; Zorkoltseva, IV; Aulchenko, YS; et al :Inheritance of hypodontia in Kerry Blue Terrier dogs. Russian Journal of Genetics 40/5: 529-536 , 2004.

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Sie möchten einen Catahoula?

Sie möchten einen Catahoula Leopard Dog, weil der so schön ist und diese tollen blauen Augen hat?

Das ist schon Ihr erster grosser Fehler!

Sich aus dieser Motivation heraus einen Catahoula anzuschaffen, wenn Sie obendrein mit Hunden unerfahren sind, ist für Sie und für den Hund eine Katastrophe!!

Was Sie wissen müssen, bevor Sie sich für einen Catahoula Leopard Dog entscheiden:

  1. Sie müssen unbedingt viel Hundeerfahrung und Sachverstand haben!
  2. Sie müssen bereit sein mit diesem Hund dazu zu lernen.
  3. Vor allem in den ersten 2 Lebensjahren brauchen Sie sehr viel Zeit für diesen Hund sowie manchmal Nervenstärke und viel Geduld.
  4. Seien Sie versichert dass der Catahoula seinen häufig ausgeprägten Willen und seine oft große Selbstsicherheit nicht nur bei der Arbeit an den Tag legt! Sie können es auch in der Erziehung damit zu tun bekommen!
  5. Sie sollten in der Lage und willens sein ihm eine souveräne Leitfigur zu werden und zwar mental und nicht physisch.
  6. Er wird Sie in den ersten 3 Lebensjahren oder aber auch sein Leben lang immer wieder herausfordern und prüfen, ob Sie in der Lage sind ihn zu führen.
  7. Der Catahoula braucht dringend eine für Ihn passende, regelmäßige Beschäftigung, ansonsten wird er „Ihr Haus zerstören“ (Zitat einer erfahrenen amerikanischen Züchters) und sehr unerwünschte Verhaltensweisen entwickeln.
  8. Wenn Sie ihn nicht sinnvoll beschäftigen können, legen Sie sich bitte keinen Catahoula zu!
  9. Er hat Jagdtrieb!

Wenn Sie nun daraus schlussfolgern, dass der Hund mit viel Härte erzogen werden muss, ist das FALSCH!

Ein Catahoula MUSS mit liebevoller aber unbedingter Konsequenz erzogen werden. Jede Art von Druck erzeugt bei dieser Rasse meist Gegendruck. Wer keine Souveränität und Ausgeglichenheit an den Tag legt hat schlechte Karten. Eine stabile Basis ist wichtig!

Ein Catahoula läuft nicht nur nebenbei mit, er braucht unbedingt die Nähe und Zuneigung seiner Menschen.

Der Catahoula Leopard Dog ist ein wunderbarer Hund UND eine Herausforderung!

Autorin: Anke Boysen (www.catahoula-leopard-dog.de )

Über den „Modetrend – Catahoula züchten“ (Artikel von 2010 für den CC EU)

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